Attac.DenkTankStelle.2016-01-11

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DenkTankStelle von Attac-Leipzig

Thema: Konfuzius und das neue China
Ort und Zeit: Mo, 11. Januar 2016, 19 Uhr im Café Grundmann

Ankündigung

Liebe Freundinnen und Freunde unserer DenkTankStelle,

Nach alten Glauben sind die Nächte zwischen Weihnachten und Neujahr etwas Besonderes. Träume in dieser Zeit gehen in Erfüllung. Wäsche soll nicht gewaschen werden, weil das Unglück bringt. Berchta, ein wildes Weib, galoppiert mit ihrem Gefolge auf ebenso wilden Pferden durch die Nächte und reitet jeden über den Haufen, der ihr in den Weg kommt. Also: Nix träumen, keine Wäsche waschen, nachts zu Hause bleiben, dann kann das neue Jahr kommen.

Für unsere erste DTS wird zum Montag, d. 11.1. 2016, 19.00 h in das Café Grundmann eingeladen.

Wenn ich mich recht erinnere, war es uns nicht gelungen, ein gutes Thema zu finden, deshalb mein Vorschlag: Konfuzius und das neue China. M.E. können sich damit sowohl aktuelle politische Probleme als auch sehr philosophische Betrachtungen verbinden. Dazu kommt vielleicht noch der Aspekt der Weiterbildung, den wir ja auch nicht gering schätzen wollen. Wäre schön, wenn noch kleine Denkanstöße vorher die Runde machen würden. Leider konnte das Séparée nicht gebucht werden, so dass wir die Köpfe am runden Tisch zusammenstecken müssen.

Und nun kann ja nur ein weiser Ausspruch von Konfuzius die Einladung abschließen: Was ich nicht weiß, macht mich heiß.

Noch einmal alles Gute für das neue Jahr an alle, die gern zu uns kommen und an alle, die gern zu uns kommen können.

Johannes, 29.12.2015


Hier ein Input zum Thema: "Konfuzius und das neue China"

Konfuzius erfährt seit ca. 10 Jahren eine Renaissance in der Volksrepublik. Die KP Chinas bedient sich bei ihm für ihr Konzept einer „harmonischen Gesellschaft“.

Auch im Westen finden konfuzianische Ideen Aufmerksamkeit. So argumentiert Daniel A. Bell, Professor für Ethik und Staatslehre und Direktor des Zentrums für Internationale und Vergleichende Politische Philosophie an der Tsinghua University (Peking) mit Konfuzius und Platon für die Meritokratie gegen die Demokratie und stellt fest:

"Ich glaube nicht länger daran, dass Demokratie in der Form 'Eine Person - eine Stimme' der beste Weg ist, um ein politisches System zu organisieren." Stattdessen soll eine strikte Auslese der Führungselite nach "intellektuellen Fähigkeiten und moralischen Standards" stattfinden. Innerhalb einer solchen Meritokratie könnte auch eine neue Stimmgewichtung etabliert werden: "Denkbar wären mehr Stimmen für Menschen mit besserer Erziehung." Wahlen wären nur auf lokaler Ebene sinnvoll, wo "falsche Entscheidungen nicht so sehr ins Gewicht" fielen.

Spiegel online am 8. April 2013: "Seine Rolle als bekennender Anti-Demokrat würde Bell in Deutschland vermutlich eine Passage im Jahresbericht des Verfassungsschutzes bescheren. Im Rest der Welt hat ihn sein Standpunkt zum intellektuellen Popstar gemacht, mit Kolumnen in der 'Financial Times', im 'Guardian', der 'Huffington Post'. Auch an diesem Freitagnachmittag darf Bell seine Thesen vor einem illustren Publikum ausbreiten: Bei der Jahrestagung des Instituts für Neues Ökonomisches Denken, eines illustren Think-Tanks, finanziert von der Hedgefonds-Legende George Soros. An der Konferenz nehmen zahlreiche Wirtschafts-Nobelpreisträger teil, dazu Historiker, Soziologen und Politikwissenschaftler aus Oxford, Princeton, Berkeley. Die Elite der westlichen Welt in Sachen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften."

Tomasz Konicz am 28.04.2013: „Dieses autoritäre, postdemokratische Denken wird somit nicht an den "extremistischen Rändern" des publizistischen und wissenschaftlichen Spektrums geformt, sondern in dessen arrivierter Mitte. Es ist ein Extremismus der Mitte, der hier zum Ausdruck kommt - und der offensichtlich von den nicht enden wollenden Krisenschüben seit 2007 befördert wird. Der SPON-Bericht sprich in diesem Zusammenhang von einer tiefen Erschütterung des herrschenden Weltbildes der "westlichen Geisteselite", in dem "Demokratie und freie Marktwirtschaft zusammen das beste aller Systeme" bildeten.“

Andreas